9. Hinweis:

„Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischt, Wind kräftigt, Schnee erheitert. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur verschiedene Arten von gutem.“

(John Ruskin)

Ein Gewitter ist auch gar nicht so übel, aber ein Schneesturm ist sogar etwas ganz Besonderes. Ihnen, als Beobachter, versperrt er die Sicht. Der Natur aber verschafft er Erholung, indem er sie von ihren Lasten, die sich das ganze Jahr über angesammelt haben, befreit. Sie gibt sich dem Sturm hin, sodass sie von ihrem Leid, zumindest teilweise, erlöst werden kann und dies gelingt.
So unmöglich es auch klingen mag, aber der Winter hat magische Kräfte, welche er gerne zum Einsatz bringt.

9.12.14 16:43, kommentieren

8. Hinweis:

Winter ist die Zeit zum Träumen,
weiße Pracht auf Dach und Bäumen.
Schneeflocken die vom Himmel fallen
Zauber wirkt dem sie gefallen.

(Willgard Krause)

Mich umgibt er bereits, dieser wundervolle Zauber. Wie ein reifer, rot leuchtender Apfel ist er vom Baum gefallen, hat seine Schale, als wäre er eine Kastanie, geöffnet und seinen Kernen, die tief in ihm wohnen, ihre Freiheit geschenkt. Aus ihnen ist die Magie in Form eines Luftzugs, eines leichten, verspielten Windes entsprungen, der sich sogleich mit dem Winter verbunden hat. Nun zieht dieser weiter. Kreist durch die Luft, lässt sich ab und zu nieder, verweilt auf ihren Schultern oder vor ihren Füßen und lässt nichts unversucht, um sie, die Menschen, in ihren Bann zu ziehen.

8.12.14 10:56, kommentieren

7. Hinweis:

Zufälliges, seltenes Aufeinandertreffen

(Zur Winterzeit auf dem Erdenplaneten landet zufällig ein Sonnenmännchen auf dem bisher nur teilweise schneebedeckten Erdboden. Zudem begegnet es einem Schneekristallmännchen. Kleine Streitigkeiten sind vorprogrammiert.)

Sonnenmännchen:
Ist das, was meine Augen da auf dem Boden liegen sehen, etwa Schnee? Eine weiße gefrorene Masse?
Schneekristallmännchen:
Wow! Ich schmelze dahin. Welch traumhafter, gelb strahlender, schimmernder, wie ein Stern funkelnder Anblick! Eine so wundervolle Gestalt, wie ich sie noch nie gesehen habe!
Sonnenmännchen:
Meinst du mich?
Schneekristallmännchen:
(Bewegt sich auf das Sonnenmännchen zu)
Sonnenmännchen:
Halt! Bleib stehen! Genau da, wo du jetzt bist! Komm mir bloß nicht zu nahe! Ich möchte die Wärme, die ich verstreue, nicht verlieren und schon gar nicht eingefroren werden!
Schneekristallmännchen:
Oh entschuldige, ich wollte dir nicht zu nahe treten. Doch wirken unsere Kräfte nicht eher umgekehrt?
Sonnenmännchen:
Wer bist du?
Schneekristallmännchen:
Das gleiche könnte ich dich auch fragen!
Sonnenmännchen:
Ich bin ein Sonnenmännchen. Eben war ich noch auf dem Planeten Sonne, habe geschlafen und vom Winter geträumt.
Jetzt bin ich hier.
Schneekristallmännchen:
Spazieren auf diesem glühend heißen Stern noch mehrere deiner Art umher?
Sonnenmännchen:
Natürlich! Mit wem habe ich das Vergnügen?
Schneekristallmännchen:
Schneekristallmännchen mein Name. Meine Freunde, Verwandte, nenne sie, wie du willst, bilden zusammen mit mir viele Schneeflocken.
Sonnenmännchen:
Ihr gehört also dem grässlichen, kalten Winter an?
Schneekristallmännchen:
Ich möchte doch sehr bitten! Der Winter ist die schönste Jahreszeit überhaupt und noch dazu erfüllt er eine sehr wichtige Aufgabe! Würde es ihn nicht geben, dann würde die Natur sicher längst schon nicht mehr existieren!
Sonnenmännchen:
Mag sein, aber mit seiner Kälte muss er es nicht übertreiben!
Schneekristallmännchen:
Was machst du dem Winter eigentlich für Vorwürfe? Du und deine Hitze, ihr bringt auch nicht nur Positives über diese Welt!
Sonnenmännchen:
Das kann sein, aber trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung. Was meintest du eigentlich vorhin damit, als du sagtest „Doch wirken unsere Kräfte nicht eher umgekehrt?“?
Schneekristallmännchen:
Wärme und Kälte passen nicht zusammen. Es sind Gegensätze und eigentlich müsste ich mich vor deiner Berührung fürchten! Du könntest aus mir einen Wassertropfen machen und dann wäre meine feine, exakte Struktur dahin!
Sonnenmännchen:
Würdest du mir das etwa zutrauen?
Schneekristallmännchen:
(schweigt)
Sonnenmännchen:
Ich rede mit dir! Jetzt antworte doch!
Schneekristallmännchen:
Ja, vielleicht schon. Du hältst dich für etwas Besseres und willst dem Winter keine Möglichkeit geben sich auszubreiten, dabei ist er doch so wichtig, hilfreich und wird dringend benötigt!

(Jasmin Schramm)

8.12.14 10:54, kommentieren

6. Hinweis:

Wie denken sie, die Schneeflocken? Oder worüber kreisen ihre Gedanken? Besitzen sie dieses Talent überhaupt?
Wie oft habe ich diese Fragen schon gehört! Sie fallen immer wieder und nun werde ich sie beantworten. Ich, Flocki Schneeflocke.
Natürlich können wir denken. Wir sind dieser Gabe genauso mächtig wie sie als Mensch. Es ist eine unglaubliche Fähigkeit, und wenn sie uns schon verliehen wurde, dann möchte es doch wohl der Fall sein, diese auch zu nutzen.
Allerdings die Themen, um die sich unsere Gedanken kreisen, sind vielseitig und von Schneeflocke zu Schneeflocke sehr unterschiedlich. Bevor ich die Erfahrung gemacht habe, wie es sich anfühlt, auf der Erde zu landen und wie der Weg dahin wohl sein wird, habe ich ständig darüber nachgedacht. Ich hatte keine Angst davor. Zweifel waren auch nicht vorhanden, aber großes Interesse über diesen Vorgang mehr zu erfahren. Ich wollte genauer darüber Bescheid wissen. Da mir die Bücher jedoch nicht viel verraten konnten, habe ich versucht, mir meine eigenen Gedanken darüber zu machen. Das Meiste, das ich mir erarbeitet habe, hat letztendlich nicht gestimmt oder ist nicht eingetroffen, aber das ist gut so. Dieses großartige Gefühl, wie es sich anfühlt zu fliegen und zu schweben, hätte ich gedanklich sowieso nicht wahrnehmen können.

(Jasmin Schramm)

6.12.14 18:26, kommentieren

5. Hinweis:

„Ein einz'ger Augenblick kann alles umgestalten.“

(Christoph Martin Wieland)

Wie wäre es also, wenn sie ihre Denkweise, ihre Ansichten oder ihre Vorurteile gegenüber dem Winter jetzt sofort ausschalten? Sie aus dem Weg räumen so als würden sie diese mit einem Besen zur Seite kehren, den Haufen auf die Kehrschaufel fegen und schließlich ordnungsgemäß entsorgen? Dann sind sie von diesen Vorurteilen befreit und der Augenblick der Umgestaltung steht genau vor ihnen oder sie befinden sich schon mittendrin. Sie blicken sich um und nur eine Frage taucht in ihnen auf: Warum bin ich darauf nicht früher gekommen?

5.12.14 18:08, kommentieren

4. Hinweis:

„Vom Erstaunen zum Bewundern ist nur ein Schritt.“

(Christoph Martin Wieland)

Ist es der Schritt nach vorn? Nach rechts oder einer zurück? Es existiert nur ein einziges Lebewesen, das jeder Mensch in sich trägt und das in der Lage ist, zuvor genannte Fragen zu beantworten oder die Lösung zu nennen. Ob es als eigenständiges Wesen zu betrachten ist, sei dahin gestellt. Doch seien sie sich sicher, es hat immer recht.

4.12.14 20:32, kommentieren

3. Hinweis:

Erster Eindruck der Schneeflocken

Ich habe es gesehen. Mit eigenen Augen. Diesen wundervollen Vorgang, wie die Schneeflocken vom Himmel fallen. Es wirkte als würden sie miteinander tanzen. Einige führen alleine ihren persönlichen Tanz als würde sie niemand sehen können, andere bewegen sich in einer Gruppe synchron und dann gibt es die Paare. Zwei Schneeflocken, jede Einzelne bestehend aus vielen kleinen Schneekristallmännchen, berühren sich. Sie nehmen sich an die Hand und führen einen Paartanz vor. Vorsichtig und sachte fliegen sie durch die Lüfte. Schwingen Arme und Beine, als haben sie lange dafür trainiert. Sorgfältig Schritte einstudiert und immer wieder geübt. Aber so ist es nicht. Als sie die Wolken verlassen haben, erblickten diese Wesen zum allerersten Mal das Licht der Welt, ihre Größe und Schönheit.
Nun kann ich nur spekulieren, ob sie tanzen, um so viele Eindrücke wie möglich einzufangen, um sich einen Überblick zu verschaffen oder einfach weil sie es spüren und fühlen. Tief im Herzen. Vielleicht nehmen sie einen Impuls wahr, einen Rhythmus, in dessen Takt sie einfach anfangen sich zu bewegen. Die Schrittfolge ist reine Improvisation. Einfach aus der Luft gegriffen, eingefangen und schließlich alle einzelnen Bewegungen zu einem Kunstwerk verbunden, aneinandergereiht, das den Eindruck verschafft als sei das Tanzen die leichteste Sache der Welt. Eigenartig und wunderschön zugleich.
Kurz: Ein magischer Anblick. Ein sagenhaftes Phänomen. Unglaublich, undenkbar und doch existiert es und zeigt sich, wenn alles gut geht, jedes Jahr aufs Neue.

(Jasmin Schramm)

3.12.14 18:35, kommentieren

2. Hinweis:

„Die Welt ist nicht so übel, man muss sie nur zu nehmen wissen.“

(Hans Christian Andersen)

Genau, und zwar mit allem, was dazugehört oder was sie bietet. Eigentlich doch ganz einfach. Jedoch, ohne unhöflich sein zu wollen, ihren Gesichtern nach zu urteilen, scheinen sich die Meinungen gerade zu spalten. Oder beginnen sie schon zu grübeln, wie sie die Welt nehmen, wie sie diese anfassen und vor allem welche ihrer zwei motorischen Hände sie zuerst berühren sollte? Ich mische mich lieber nicht ein, nur so viel: Der richtige Weg hat sich bereits aufgetan.

2.12.14 17:43, kommentieren

1. Hinweis:

„Winter ist die Jahreszeit, die auf den Herbst folgt. Im Winter ist es kalt, es schneit und die Bäume sind kahl.“

(aus: Kannas, Claude/Garagnoux, Marie/Beau, Nathalie u.a.: Der kleine Fleurus, Fleurus Verlag GmbH, Köln 2004, S. 486)

Ich weiß nicht wie sie das sehen, aber für meine Bedürfnisse ist diese Definition ziemlich negativ angehaucht. Wer von ihnen möchte schon freiwillig mit Freude und Lust hinaus in die Wälder stürmen, während sie dort fast ausschließlich kahle Bäume vorfinden werden und sich zudem warm eingepackt einer eisigen Kälte aussetzen? Ehrlichkeit steht an erster Stelle, also denken sie gut nach, bevor sie ihren Entschluss fassen.

1.12.14 18:09, kommentieren

Zum Anfang:

An rätselhafte, merkwürdige Gestalten

An sie, Wesen, die der Gattung des Menschen angehören, denen die verschiedensten Charaktereigenschaften übertragen wurden.
Ich hoffe sie hatten eine angenehme Nacht. Bevor ich jedoch beginne, möchte ich mich kurz vorstellen. In meiner jetzigen Gestalt erscheine ich ausschließlich im Winter, mal mehr oder weniger. Ich bin ein kleiner, glitzernder Eiskristall, der zart vom Himmel fällt oder auch als Teil eines Sturms mit in Erscheinung tritt. Meine exzellente und graziöse Gestalt nehmen sie, sowie der Rest ihrer Spezies, jedoch nur selten war, denn mit bloßem Auge ist diese nur für Kinder sichtbar. Erwachsene benötigen dazu eine Lupe oder sogar ein Mikroskop. Viele eurer Art verabscheuen mich außerdem manchmal, doch das ist in Ordnung, denn schließlich habe ich ebenfalls meine Abneigungen gegen bestimmte Sachen. Nun, ich möchte sie nicht länger warten lassen. Mein Name ist Flocki Schneeflocke. Ich habe eine Mission zu erfüllen und um mein Ziel zu erreichen, werde ich sogleich beginnen.
Der Winter ist notwendig, damit sich die Natur erholen und Kraft schöpfen kann, um im darauf folgenden Frühling und Sommer erneut zu blühen und ihnen, den Menschen, ihre Schönheit zu offenbaren.
Ich sehe ihre skeptischen Blicke, doch so gemein es auch klingen mag, eine andere Reaktion habe ich nicht erwartet. Da ich bereits wusste, dass sie dieser Aussage nicht unbedingt Glauben schenken werden, habe ich für die nächsten 24 Tage etwas vorbereitet. 24 Türchen mit, für meine Bedürfnisse, kleinen Hinweisen in Form von Zitaten, Gedichten, Briefen oder Kurzgeschichten, die ihnen zusammen eine Erklärung geben und im besten Falle eine Botschaft vermitteln, die, so wie ich es mir erhoffe, die erfolgreiche Lösung meiner Mission sein wird, wenn sie dahinter steigen sollten. Allerdings werde ich nur zu meinem Ziel gelangen, wenn sie sich auf diese Botschaften einlassen und dazu bereit sind mithilfe dieser täglichen Hinweise, selber zu denken und zu hinterfragen. Das wird sicher nicht einfach werden, aber ich denke gemeinsam, ist es zu schaffen. Jetzt wünsche ich ihnen einen angenehmen und besonderen Tag. Genießen sie ihn und vor allem ihre Umgebung (die Natur, …). Viel Spaß und Erfolg. Doch nicht vergessen! Morgen erwartet sie die erste Mitteilung und nur 24 gibt es insgesamt davon. Die Zeit verstreicht schnell! Also keinen Hinweis auslassen oder verlieren. Zum Schluss werden sie sicher alle zusammen benötigen, um die Botschaft zu erkennen.

Hoffnungsvoll und vertrauensvoll
Flocki Schneeflocke

1.12.14 18:07, kommentieren