Einzug des Herbstes

Ein zauberhaftes Wesen dieser Schmetterling. Große bunte Flügel, die im Sonnenlicht funkeln. Wunderschön. Kleine Farbkleckse, rot, violett, grün und hellblau, lösen sich von ihrem Untergrund, dem Flügel, und schließen sich dem Wind an. Ob sie wohl tanzen wollen? Tanzen mit dem Wind. Leicht und sachte. Ihre Farbfüßchen baumeln in der Luft umher. Sie ziehen die Blütenblätter in ihren Bann, während ein Farbklecks immer weiter zu den Wolken hinaufsteigt. Immer höher fliegt und einen magischen Wirbelsturm von Farben, Blüten und Blütenblättern entfacht. Ähnlich wie Elfen springen die Farbtupfer in diesem Sturm umher. Stupsen sich gegenseitig an, necken sich. Dabei verstreuen sie ihren Elfenstaub und auf einmal entsteht wie durch Zauberei aus dem leichten, vorsichtigen Wirbelsturm ein Feuerwerk. Ein Feuerwerk der Farben, dessen Farbtropfen in alle Himmelsrichtungen fliegen. Diese Tropfen laufen in der Luft umher. Sie spazieren über einen unsichtbaren Boden, auf dem nur ihre bunten Fußspuren zusehen bleiben. Ein hellblauer Farbklecks nimmt einen roten an die Hand. Sie schlagen eine andere Richtung ein als alle anderen. Sie laufen auf den Stufen einer Wendeltreppe hinab zur Erde. Als sie den Boden berühren, verbreiten die Beiden die Farben des Herbstes. Ein grünes Blatt nach dem anderen färbt sich orange, gelb oder rot. Manche Blätter beinhalten von jedem Farbton etwas und wieder andere kreieren auf ihrer Oberfläche mithilfe dieser Farbtöne neue, kräftige, strahlende Farben, die die Welt zuvor noch nicht gesehen hat.
Nun fliegt der Schmetterling davon. Breitet seine Flügel aus und verschwindet. Entscheidet sich für die Richtung, aus der der Wind gerade gekommen ist, und nimmt die Farbtupfer einfach mit. Zurück lässt er den Herbst. Den Herbstanfang.

9.10.14 14:07

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