Wisst ihr, …

… ich habe etwas Außergewöhnliches getan. Etwas, nun ja, ich weiß auch nicht, wie ich es sagen soll. Etwas, das eigentlich für mich nicht so selten ist, denn ich habe schon oft und viel in mich hineingehorcht, meinen Inhalt gelesen und wahrgenommen, doch heute war es so anders.
Ich habe, ja was habe ich gemacht? Ich habe wieder eine dieser vielen schönen Stellen gelesen. Auf einmal bin ich dann hängen geblieben. Hängen geblieben an dieser einen Stelle, die so großartig ist und dann, dann … ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Es ist mir entfallen. Davongelaufen. Das gibt es doch nicht! Es ist wirklich merkwürdig. Ich meine, ich kann doch nicht einfach meinen Inhalt lesen, darüber Bescheid wissen, nachdenken und das was ich gedacht habe einfach vergessen! Einfach so. Als würden diese Gedanken während sie in mir kreisen, gleich danach sofort wieder verschwinden, sich in Luft auflösen, wie eine Seifenblase zerplatzen. Einfach so. Ich versteh das Ganze nicht. Also wisst ihr, es ist gar nicht richtig in Worte, zu fassen.
Dabei war diese Stelle doch so fesselnd und ergreifend. Als hätte sie mich umarmt oder die Buchstaben hätten sich aus dem Satz, aus den Wörtern gelöst und mich umarmt. Sich an mich geklammert und dann hat sie der Sturm davon geblasen. Hat sie gemein, fies und kräftig auf den Boden fallen lassen. Hoffentlich leben sie noch und sind nicht zersprungen in ihre Einzelteile! Wobei Einzelteile? Buchstaben sind ja schon klein. Können die in noch weitere Teile zerspringen? Zerfallen? Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht. Es ist mir ein Rätsel und genau dieses erscheint mir unlösbar. Vielleicht könnt ihr mir helfen?
Die Stelle übrigens, die mich so aus dem Konzept gebracht hat, lautet wie folgt:

„ […] Die Kunst liegt darin, alles, was wir sehen, für fantastisch zu halten, und zwar immer wieder aufs Neue, und jeden Augenblick als einzigartig und unglaublich wahrzunehmen. […] “
(aus: Schramm, Jasmin: Plötzlich sichtbar, epubli Berlin Juni 2014, S.100)

Das ist doch aber gar nicht so einfach. Wie soll das denn funktionieren?
Wenn der Regen vom Himmel fällt, ganz stark und kräftig, soll ich mich dann darüber freuen? Vor Freude tanzen und umherspringen als würde es nichts Schöneres geben?

15.11.14 16:13

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